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Alt 09.01.2001, 21:37
Der einfache Weg zur Indoorsaatbank oder ...   Collection  No.:1
Oma
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Der einfache Weg zur Indoorsaatbank oder
warum Opa immer ein Tütchen Skunk#1 Samen extra kaufte... by Ohm Ahhhh

Zu Opas Lebzeiten gab es in den deutschen Growshops noch das gute Sensi-Saatgut legal zu kaufen. Bei jedem Shopping in seinem Lieblingsladen kaufte Opa immer ein Tütchen Skunk#1 Samen extra. Aber warum? Konnte er sich keine teuren Samen leisten? Ist Skunk#1 etwa Opas Lieblinsrauchkraut gewesen oder gab es noch andere Gründe für dieses notorische Skunkkaufen?

Beim Stöbern in Opas Nachlass habe ich ein Manuskript von einem Vortrag von Opa gefunden, den er vor 4 oder 5 Jahren vor befreundeten Rauchern gehalten hat. In dieser Fortbildung ging es um die Abstammungs- und Kreuzungslinien der wichtigsten Gräser in den letzten 30 Jahren...

Unter anderem wurde auch beraucht, warum so viele Hybridkreuzungen auf der bekannten Skunk#1 basieren... Für die interessierten Leser habe ich Opas Ausführungen hierzu zusammengefasst. Seine Infos stammen u.a. aus: Cervantes, J., R.C. Clarke und E. Rosenthal; Indoor Marijuana Horticulture Totally Revised; 1993; hier besonders das Breeding Chapter von R.C. Clarke S. 244ff.


Skunk#1 ist eine relativ gut stabilisierte Polyhybridkreuzung aus C.sativa x C.afghani. Das Original wurde in den späten 70ern für Freiland- und Glasshauskultivierung von Cultivator's Choice entwickelt. Aber auch unter Kunstlicht produziert Skunk#1 ausgezeichnetes Sinsemilla.

Skunk#1 hat seine berechtigte Bedeutung, die es in den Jahren erlangt hat, im Besonderen einer Eigenschaft zu verdanken, nämlich seiner hohen "allgemeinen genetischen Kombinationsfähigkeit" bei Kreuzungen mit anderen Sorten bzw. Hybriden. Daher ist Skunk#1 eine ausgezeichnete Wahl für die männliche Seite einer Befruchtung.

Die Züchter des Skunk#1 haben mit der Entwicklung dieser Pflanze das Ziel verfolgt, eine Sorte zu entwickeln, die in Kreuzungen mit möglichst vielen anderen Sorten oder Hybriden ihre gewünschten positiven Eigenschaften mitgibt oder schon vorhandene positive Eigenschaften des Kreuzungspartners unterstützt. Fast jede Pflanze, gekreuzt mit einer Skunk#1, wird in den gewünschten positiven Eigenschaften unterstützt, verstärkt oder verbessert.

"Gewünschte positive Eigenschaften" sind im wesentlichen:
allgemeine Kräftigkeit, Potenz, Harzgehalt, Blüte zu Blattverhältnis, Länge und Größe der Blüten, Qualität des High und therapeutische Effekte, Geschmack und Aroma, kurze Internoden, frühe Reife und Schimmel- bzw. Schädlingsresistenz.

Werden verschiedene Weibchen mit einem einzigen Männchen gekreuzt, ist die unterschiedliche Fähigkeit der einzelnen Weibchen zur Weitergabe erwünschter Eigenschaften in die nächste Generation zu beobachten. Diese Fähigkeit ist dann die "spezifische genetische Kombinationsfähigkeit" eines Weibchens. Ist der Anteil der weitergegebenen positiven gewünschten Eigenschaften groß, ist auch die "spezifische genetische Kombinationsfähigkeit" hoch. Wenn ein Individuum in vielen Kreuzungen mit verschiedenen Sorten oder Hybriden eine hohe spezifische genetische Kombinationsfähigkeit besitzt, dann hat diese Pflanze auch eine hohe "allgemeine genetische Kombinationsfähigkeit". Die "allgemeine genetische Kombinationsfähigkeit" einer Pflanze wird durch seine Zuverlässigkeit als Elternteil gemessen. Diese Messung kann nur durch eine wiederholte Kreuzung mit einer großen Menge anderer Pflanzen durchgeführt werden.

Da dieses eine jahrelange Beschäftigung ist, hat Opa es sich leicht gemacht und immer ein paar Skunk#1 Männchen gezogen, die er dann mit außergewöhnlichen Weibchen kreuzte. Die Skunk#1 Weibchen wurden natürlich nicht abgeschnitten, sondern zur vollen Blüte gebracht. Opa erlaubte sich immer den Luxus, die geernteten Blüten mindestens 6 Monate reifen zu lassen, ehe er dann, vorzugsweise in Sommernächten im Garten, seine riesigen puren Skunkjoints entzündete und die Welt in einem wunderbaren Aroma versinken ließ...


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