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Alt 16.07.2017, 18:18
Cannabisanbau in Kalifornien   Collection  No.:1
Schrankbauer
Foren Member
 
Registrierungsdatum: 17.09.2001
Schrankbauer ist offline  

Hallo Hanfburg, wir waren vor Jahren in Kalifornien zum Cannabis ernten. Das könnte hier den ein oder anderen Interessieren. Dies ist kein klassischer Bilderreport, aber ein paar Bilder gibt es trotzdem. Den Originalbeitrag haben wir auf einem Blog gesichert und deswegen wird hier auch nur zitiert. Dort gibt es auch noch ein paar mehr Impressionen. Hier ist leider nicht gewährleistet, dass die Bilder auf ewig erhalten bleiben. Es wird ein weiterer Post folgen, der sich speziell um den Trimmjob kümmert. Aber den schreibt jemand anderes und das dauert noch. Viel Spaß beim lesen. Schrankbauer

Zitat:
Nordkalifornien wird in Szenekreisen auch das „Emerald Triangle“ (Smaragd Dreieck) genannt und war in den letzten Jahrzehnten für einen Großteil der Cannabis Produktion in den USA verantwortlich. Insbesondere der Outdoor Anbau in dieser Region ist wegen des guten Klimas und der hochentwickelten Anbautechnik einzigartig. Zwar verändert sich der Markt gerade sehr stark, aber „Sun Grown Humboldt Weed“ wird immer eine Spezialität bleiben.

Guerilla growing – Beginn des Cannabis Anbaus in Kalifornien. Angebaut wird in Kalifornien seit den Sechzigern. Angefangen hat das mit klassischen Guerilla Growing. Man ging einfach in die Berge, suchte sich einen abgeschiedenen, sonnigen Hang und fing an, dort ein paar Samen zu streuen. Ich hab Hippies kennengelernt, die dort auf diese Art und Weise ihre ersten Grows durchgezogen haben. Man besetzte fremdes Grundstücke. Und wenn jemand zufällig vorbei kam, behauptete man einfach, dass es sein eigenes Land wäre.

Heutzutage ist sowas undenkbar. Man kann eigentlich kaum die Straße verlassen, ohne auf Privatgelände zu stehen. Querfeldein auf Wanderschaft zu gehen, ist nicht empfehlenswert, wenn ihr keine Vorliebe für Schrotflinten und große, aggressive Hunde habt. Die Locals sind sehr empfindlich gegenüber Fremden, die irgendwo durch den Wald laufen. Jegliche Zufahrtswege sind normalerweise mit Schranken blockiert, die wiederum mit Zahlenschlössern gesichert sind. Oft sichert eine ganze Nachbarschaften so ihre Grundstücke. Von der „Einfahrt“ bis zur eigentlichen Farm können es manchmal 20-30 Minuten Autofahrt sein. Und wenn oben jemand beklaut wird, gibt es einen kurzen Anruf zum Nachbarn ganz unten, dass der mal schnell seinen Wohnwagen auf die Straße stellt. Die Guerilla Hippies von damals sind die Großgrundbesitzer von heute. Und die verstehen keinen Spaß mehr.

Für den Cannabisanbau gibt es zwei große Saisons. Das ist einmal die „full season“. Erntezeitpunkt ungefähr Anfang Oktober. Je nach Sommerverlauf und Wetterverhältnissen, kann sich das aber auch verschieben. Letzter Sommer war eine relativ späte Saison und die Ernte ging erst Anfang November so richtig los. In der „full season“ werden außerdem zwei bis drei Cuts gemacht. Erste Runde werden die dicken Headbuds entfernt. Zweite Runde die normal großen Buds und manche lassen die kleinen, volumenlosen Buds nochmal dran und machen 10-14 Tage später einen dritten Cut.

Im August gibt es noch eine relativ große Erntezeit. Viele dunkeln ihre Cannabis Pflanzen ab, um so die Blüte etwas früher einleiten. Das geschieht normalerweiße in Gewächshäusern. Im Gegensatz zur full season wird hier mit Clones gearbeitet und jeden Abend kommt dann eine lichtundurchlässige Folie drüber. Neben diesen beiden Saisons gibt es natürlich noch regüläre Gewächshausgrow mit Lampenunterstützung und auch Indoor Anbau. Cannabis wird ständig angebaut. Und geerntet. Der größte Schub erfolgt jedoch im Herbst. Zehntausende Erntehelfer aus allen möglichen Länder, sogenannte „Trimmigrants“, suchen ihr Glück in den Bergen. Trimjobs sind gut bezahlt und manchmal sogar die Reise wert. Viele Trimmer kommen extra für die Saison eingeflogen, um dort in 2-3 Monaten das Geld fürs Jahr zu verdienen.

Es ist schwer in die Strukturen reinzukommen. Gute Kontakte zu knüpfen, erfordert Zeit. Wenn ihr aber selber Grower seid, dann könnt ihr schonmal leicht ins Gespräch kommen. Generell muss ich aber auch sagen, dass viele Menschen in den USA keinen wirklich Plan von der Cannabis Pflanze haben. Die wissen vielleicht, wie man eine Cannabis Farm betreibt, sind aber keine wirklichen „Grower“ und haben keine Ahnung, wie man eine Cannabis Pflanze fachgerecht behandelt und verarbeitet. Ich hab einmal ein ganzes Haus voller Ernte, ca. 200 Pfund, wegschimmeln sehen, weil die zuständigen Farmer keine Ahnung hatten, wie sie eine solch große Menge Cannabis trocknen sollten. Es war einfach zuviel. Schimmel im Vorstadium sollte man erkennen und auch merken, wann der Scheißhaufen lichterloh am brennen ist.

Die Anbaukonzepten auf den Farmen sind sehr verschieden. Viele machen sogenannte Partnerships, wo sich zwei oder mehr Partner zusammen tun und die Saison durchziehen. Manchmal pachtet man sogar Land und Haus, was allerdings eine Seltenheit ist. Die Hälfte des Gewinnes geht dann an den Landbesitzer, ohne dass dieser auch nur einen Finger krümmen muss. Manchmal holen sich die Farmer auch Caretaker über die Sommermonate herein, wenn nicht so viel zu tun ist. Dann wird ein Deal gemacht. Man kriegt bspw. Einen festen Betrag (20.000$) für drei Monate Pflanzen giessen und geht dann als normaler Helfer mit in die Erntesaison. Weitaus lukrativer sind allerdings Gewinnbeteiligungen, wobei die Stundenbezahlung auch nicht schlecht ist. Um an sowas ranzukommen, braucht ihr allerdings sehr viel Glück und Menschen, die euch absolut vertrauen.

Wir haben große Operations gesehen, wo mehrere Grower angestellt waren und jeder sein eigenes Feld gepflegt hat (mit Gewinnbeteiligung). Familienbetriebe. Farmen die für Outsider komplett unzugänglich sind und nur von Familienmitgliedern organisiert werden. Freunde von mir haben für eine alte Dame gearbeitet, die jedes Jahr ihre 20 Pflanzen angebaut hat und über den Winter dann Stück für Stück ihr Gras getrimmt hat. Solche Jobs sind dann reine Gefälligkeiten. Die alte Frau könnte ihre 40-50 Pfund auch locker alleine machen. Wenn sie will.

Veränderungen des Cannabismarktes in den USA. Die politische Situation ändert sich gerade massiv. Die neue Cannabisgesetzgebung ist etwas unübersichtlich. Einzelne Counties haben schon vollständig oder teilweise legalisiert. Die Bundesstaaten ziehen nach und auf Bundesebene bleibt Cannabis verboten. Schön verwirrend. Wichtig allerdings dies: In Nordkalifornien wird Cannabis bald legal sein. Dann wird sich auch der Markt für die Farmer massiv verändern. Gerade sind die Grundstückspreise in astronomischen Höhen und alle versuchen noch einmal das Maximum rauszuholen. Weil dies die letzten fetten Jahre sein werden.

Der Cannabismarkt wird in den nächsten 3-5 Jahren ziemlich sicher zusammenbrechen und neu geordnet. Die Preise werden weiter fallen. Früher hat das Pfund einmal ~4200$ gekostet. Heutzutage kriegt man zur full season 1500-2000$ für ein Pfund selbst angebautes Cannabis. Im August, wenn der Markt noch nicht so geflutet ist, kann man 2200$ rausholen. Im Zuge der Legalisierung werden sich mehr Konzerne einkaufen und mit großen Operations die Preise am Markt weiter drücken. Tabakfirmen stehen anscheinend ebenfalls schon bereit, um Farmen aufzukaufen. Monsanto hat sich gerade riesige Landflächen bei Santa Rosa gesichert. Die werden vom Zusammenbruch der kleinen Farmer zu profitieren wissen.

Wie es nach der Legalisierung weiter geht, kann man schon in anderen Bundesstaaten beobachten. In Oregon ist das Pfund Cannabis zur Zeit bei ~1000$ und es wird erwartet, dass es bald auf 500$ runter geht. Es gibt dort Indoor Projekte, die alle 2,5 Monate mehr als 1000 Pfund auf den Markt schmeißen. Zuviel Kiffe in den USA. Es wird schwer sich als kleiner Cannabisbauer hier zu behaupten. Für viele wird sich der Anbau nicht mehr lohnen.

Hinzu kommt, dass sich die Distributionswege stark verändern. Früher wurde fast der gesamte Cannabisbedarf der USA durch den Anbau in Kalifornien gedeckt. Insbesondere das verschicken in die großen Metropolen war ein sehr lukratives Geschäft. Kürzlich haben allerdings Maine und Massachusetts, als die beiden ersten Staaten der Ostküste, Cannabis legalisiert. Natürlich lohnt es sich nun nicht mehr seinen Shit von Kalifornien durch das ganze Land zu verschicken. Der Cannabismarkt der Westküste wird sich bald auf diese Staaten konzentrieren und für die Kalifornier fällt ein weiterer Absatzmarkt weg. Keine guten Zukunftsaussichten. Und natürlich wird die Trimmszene darunter auch zu Leiden haben. Aber ein paar Sachen sind trotzdem bemerkenswert:
High-End Cannabis Produktion

In Kalifornien gibt es eine hochentwickelte Cannabis-Zulieferer Industrie, die mich wirklich beeindruckt hat und wohl weltweit ihresgleichen sucht. Neben Cannabis Distributoren und Gartenfachgeschäften, die ihr euch in euren kühnsten Träumen nicht hättet vorstellen können, gibt es Firmen die sich auf Soil-Testing spezialisiert haben und perfekt auf euren Boden abgestimmte „Tea‘s“ anbieten (sowas wie ein weiterentwickelter Brennesselsud). Der Shit!

In der Nähe von Garberville (welches einer der großen Knotenpunkte ist, um Trimmwork zu finden) steht jedes Jahr zur Erntesaison ein Verkäufer am Straßenrand. Eine Meile außerhalb des Ortes. Mitten im nirgendwo. Und verkauft: Sschwarze Sporttaschen. Muss wohl ein lohnenswertes Business sein. Und muss wohl eine große Nachfrage nach schwarzen Sporttaschen sein. Ein Freund aus New York, der Kilos hin und herschiebt, meinte, dass die Taschen die perfekte Größe für Alukoffer hätten und diese zum verschicken von Cannabis genutzt werden. Keine Ahnung ob das stimmt, aber klingt schlüssig.

Daneben habe ich Menschen kennengelernt, die mit den sogenannten Terpenen Arbeiten. Für mich absolutes Neuland. Soweit mir das erklärt wurde, sind das Aromastoffe, die der Cannabispflanze eigen sind. Also ein Citrus- oder Pinienaroma zum Beispiel. Diese kann man Extrahieren und daraus Lebensmittel, Öle und andere Sachen machen, die duften. Meine Kontakte nehmen die komplette Cannabispflanze direkt nach der Ernte und entsaften sie vollständig. Somit verhindern man, dass sich THCA in THC umwandelt. Die Endprodukte sollen keine psychoaktive Wirkung haben. Man kann die Cannabispflanze auch für Konsumprodukte nutzen, die nicht High machen. Sehr spannende Entwicklungen.


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